EMDR

Wirkunsweise:

Manchmal ist es ein unachtsam gesprochenes Wort, das eine Art „Wunde“ im Gehirn hinterlässt und so körperliche Reparatur- und Verarbeitungsprozesse behindert. Häufig sind es jedoch Erlebnisse, deren Intensität für unser Nervensystem zu stark oder unsere Verarbeitungsmöglichkeit in diesem Moment zu schwach für den Reiz war. Bleibt die Verarbeitung des Erlebten jedoch unvollkommen, kann dies alle nur denkbaren Symptome auslösen.

Langzeitstudien  haben nachgewiesen, daß EMDR die Verarbeitungsprozesse besser fördert als viele andere Konzepte. Auch im Coaching bietet das EMDR Protokoll unzählige Möglichkeiten der Unterstützung. Studien: Ostacoli 2018, Hase 2008, Schneider 2007.

Ablauf:

In der EMDR Methode folgen wir einem definierten Protokoll. Zu Beginn steht ein Gespräch, in welchem wir den Wunsch nach Veränderung definieren. Danach besprechen wir die Belastung, weshalb du dir eine Veränderung der Situation wünschst. Nachdem wir auch deine Stärke definiert haben, steigen wir in die bilaterale Stimulation ein und aktivieren damit deine körpereigene Verarbeitung. Nach einer erfolgreichen EMDR-Sitzung können negative Gedanken meist positiver umformuliert werden und der Körper geht in einen entspannten Zustand

Geschichte:

EMDR wurde von Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelt. Sie entdeckte bei einem Spaziergang, daß ihre belastenden Gedanken plötzlich verschwanden. Der einzige Unterschied, den sie zu anderen Spaziergängen ausmachen konnte, war der Lichteinfall durch die Bäume, der ihre Augen dazu zwangen, sich ständig hin und her zu bewegen. Aus dieser zufälligen Entdeckung heraus entwickelte Dr. Shapiro das Konzept der „bilaterale Stimulation“ durch gezielte Augenbewegungen.
Sie gaben der Technik auch ihren Namen: EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Studien mit Patienten, die unter PTBS, einer PostTraumatischen Belastungsstörung litten, zeigten die  Wirksamkeit der Einflussnahme durch EMDR auf die Integrationsprozesse unseres Gehirns und die Reduktion der Stressreaktion. Heute findet EMDR in Therapie & Coaching breitgefächerte Anwendung: bei Angststörungen, Phobien, Psychosomatischen Störungen, Schmerzzuständen, Süchten u.v.m. Auch körperorientiertes Coaching wirkt höchst effizient auf Basis von EMDR. Inzwischen werden neben Augenbewegungen auch andere Bewegungsmuster  und akustische oder taktile Reize eingesetzt. Dr. Shapiro hat gezeigt, dass EMDR ergänzend zu den unterschiedlichsten Therapieformen eingesetzt werden kann.